Interviews:

Oliver Döring

Ein Interview von Detlef Kurtz
geführt am 04. April 2014

Oliver Döring ist Mitbegründer der Hörspielschmiede Imaga, bei der er "Star Wars" und andere Hörspiele umsetzt, wie z. B. die spannende Serie "End of Time". Oliver Döring wurde vor allem durch den Reboot der John Sinclair-Serie im Jahre 2000 bekannt. Um sich weiteren Projekten zu widmen stieg er bei der beliebten Serie nach der 70. Folge aus.

HörNews.de: Zum Einstieg ist klar was kommt: Wer ist dieser Oliver Döring? Seit wann machst du Hörspiele und hättest Du dir jemals erträumt damit Geld zu verdienen?

Döring: Oliver Döring ist der Typ, der mich jeden Morgen verdutzt aus dem Spiegel anschaut. Ein völlig unscheinbarer Kerl, wirklich nichts Besonderes. ;) Hörspiele mache ich seit dem Jahr 2000, aber wenn Du meine Radio-Comedys, die ich davor gemacht habe, auch schon als Mini-Hörspiele bezeichnen möchtest, dann mache ich den Job schon seit Beginn der 90er. Und zur letzten Frage: Nein. Jedem, der mich von Kindesbeinen an kennt, scheint das völlig klar gewesen zu sein, was ich mal machen würde, nur ich wußte davon nichts. Ich habe ja schon oft erzählt, daß ich in meiner Kindheit zwar jede Menge Hörspiele gehört habe, aber daß ich Hörspiele mal zu meinem Hauptberuf mache war ja eher das Resultat aus vielen Zufällen.

HörNews.de: Der Hörspielmarkt erlebt seine zweite große Krise, nach Einführung der Videospiele und Videofilme in den späten 80ern. Wie stark beeinflusst das als Label. Kommt es zu einer Trotzreaktion „Jetzt erst recht“, oder wird intensiv überlegt, ob und wie eine Serie startet?

Döring: Nun, das mit der "Krise" ist eine Frage des Blickwinkels. Immer, wenn sich viele Serien am Markt tummeln, kommt irgendwann das Seriensterben. Der Markt ist halt begrenzt und die Kaufbereitschaft der Hörspielhörer ebenfalls. Natürlich überlegen wir uns sehr genau, was wir machen. Wir haben keinen Major mehr im Rücken, der unsere Hörspiele finanziert. Das stemmen wir alles nun ganz alleine. Deshalb legen wir so unglaublich viel Wert auf Qualität und fahren volles Risiko, denn wir sind nun mal fest davon überzeugt, daß der hohe Einsatz den Hörern auf- und gefällt. Sieh Dir nur mal unseren Cast von "End Of Time" oder "Thrawn" an. Sowas findest Du ausschließlich bei uns. Daher kann ich sagen, daß wir erst intensiv überlegen und dann trotzig: "Jetzt erst recht" rufen.

HörNews.de: Die aktuelle Star Wars-Vertonung der Thrawn-Trilogie geht mit großen Schritten dem Ende entgegen. Steht schon fest, ob mehr Star Wars kommt, oder wird es - wie bei den bisherigen Star Wars-Hörspielen ein paar Jahre Pause geben?

Döring: Die Verhandlungen sind bereits auf der Schiene. So langsam ist es mir fast peinlich, daß immer wieder sagen zu müssen, aber ich kann zur Zeit einfach noch nichts zur Hörspiel-Zukunft von Star Wars sagen. Sobald ich etwas Spruchreifes weiß, gebe ich es bekannt. Versprochen!

HörNews.de: „End of Time“ ist unfreiwillig zum Stiefkind geworden, wird aber endlich fortgesetzt. Wird es bei dem Gedanken bleiben, dass es eine Miniserie bleibt? Ich meine gelesen zu haben, dass nicht geplant ist sie über 12 Folgen kommen zu lassen…

Döring: So ist es auch. Es ist eine Mini-Serie, die hoffentlich noch zum Abschluß kommt, bevor die Folgenzahl zweistellig wird. So war es von Anfang an geplant. Es ist eine Geschichte, deren Ende bereits feststeht. Wenn man das kennt, weiß man auch, wieso die Serie nicht weitergehen kann.

HörNews.de: Nach dem Hören der 2. Folge EoT scheint klarer, um was es in EoT geht. FRAGE: Wenn eine Antwort – in der Serie - gegeben wird, ist es auch die Antwort, oder geht die Serie den Weg anderer Mysterie-Serien und die geschaffenen Antworten werden bei belieben geändert?

Döring: Am Ende von "End Of Time" gibt es eine Erklärung, die die Serie abschließt. Dann ist es vorbei. Bis dahin können Hintergründe noch aufgedeckt werden, die vergangene Aktionen in ein anderes Licht rücken. Wie und was am Ende passiert, da werde ich nicht einmal im Ansatz drüber reden. ;))

HörNews.de: Werden alle EoT-Folgen aus Doppelfolgen bestehen?

Döring: Ja. Auch das hat was mit der Filmästhetik zu tun. So ist jede Doppelfolge auch von der Länge her ein kleiner Hörspielfilm.

HörNews.de: In „End of Time“ wird auch gerne mal ein wenig Sex angedeutet. Sex scheint in vielen neuen Hörspielen eingebracht zu werden um sich „vor den Kinderhörspielen abzugrenzen“. Ist das in Deinen Produktionen auch so?

Döring: Nö. Daß jetzt mehr Sex in meinen Hörspielen vorkommt, hängt einfach mit den Stories zusammen. Ich habe da kein Konzept, keine Quote, und daß wir keine Kinderhörspiele herstellen steht ja bereits auf der Rückseite jeder meiner "Erwachsenen-CDs". Wo es passt und wichtig für die Geschichte oder den Charakter ist, kommt es rein. Wenn ich aber Sex einbinde, versuche ich, möglichst nicht platt oder plakativ zu inszenieren. Meine "Kamera für's Ohr" weiß genau, wann sie ausblenden sollte. ;)

HörNews.de: Mit „The Border“ kommt die dritte Serie von „IMAGA“ auf den Markt. Ihr habt noch nicht viel verraten, aber rein von den bisherigen Äußerungen scheint die Serie keine festen Helden zu haben und ähnlich wie „Outer Limits“ oder/und „Gespenster-Krimis“ zu werden. Was genau wird uns erwarten?

Döring: Ich versuche, mit "The Border" eine in sich stimmige, düstere und phantastische Welt zu kreieren, die aber aus in sich geschlossenen Einzelfolgen besteht. Es stimmt, daß es keinen festen Helden gibt. Dennoch kann es sein, daß die ein- oder andere Folge Berührungspunkte zu vorangegangenen Folgen haben kann. Vielleicht wird sogar mal eine Serie innerhalb der Serie starten. Folge 2 zum Beispiel könnte eine Art Ouvertüre sein. Ob es wirklich zu einer Fortsetzung kommt, ist aber noch nicht sicher. "The Border" ist eine Spielwiese. Nie kann man sicher sein, was in der nächsten Folge passiert. Zu den Gespenster-Krimis gibt es einen gewaltigen Unterschied: Die GKs sind Vertonungen von Romanheften und klingen im Prinzip wie Sinclair - nur ohne Sinclair selbst. "The Border" schlägt jedoch eine ganz andere Tonart an und basiert entweder auf eigenen Geschichten oder - wenn überhaupt - lose auf den großen Klassikern der phantastischen Literatur. Bei der ersten Folge wird das schon ganz klar. Da gibt es so gut wie nichts Übernatürliches, aber das Ding muß ziemlich spannend sein, denn ich habe noch nie soviel Feedback vom Team und sogar von den Schauspielern zu einer meiner Produktionen bekommen. Meine Assistentin hatte, nachdem sie das Skript gelesen hatte, echte Probleme damit, bestimmte Lebensmittel zu essen. Aber ich will nicht zuviel verraten. Eins ist jedoch sicher: Wem "End Of Time" zu kryptisch ist, wird bei "The Border" viel mehr auf seine oder ihre Kosten kommen, denn es ist das Mainstream-Kino fürs Ohr.

HörNews.de: Wenn deine Assistentin Probleme hatte bestimmte Lebensmittel zu essen, darf davon ausgegangen werden, dass „The Border“ auch einen Bezug zu realen Dingen hat?

Döring: In der ersten Folge auf jeden Fall. Natürlich ist und bleibt "The Border" Unterhaltung, aber zumindest unterschwellig wollte ich mit Folge 1 auch mal echt was aussagen.

HörNews.de: Wieviele Folgen werden 2014 erscheinen?

Döring: 5 x Star Wars plus Box; End Of Time 2 + 3; The Border 1, 2 und vielleicht auch noch 3.

HörNews.de: Auf welche Sprecher darf sich die Hörerschaft freuen?

Döring: In der ersten Folge haben wir in den Hauptrollen Tobias Kluckert, Bernd Vollbrecht, Hans Bayer und Katrin Fröhlich. In der zweiten Dietmar Wunder, Udo Schenk, Thomas Nero-Wolff und Antje von der Ahe. Und natürlich sind sämtliche Nebenrollen ebenfalls top besetzt. Übrigens: Joachim Kerzel ist unser Erzähler, und in Folge 2 hat er auch richtig viel Text.

HörNews.de: Die Besetzung von Synchronsprechern ist fast schon ein Markenzeichen. Hattest Du bisher nie den Anreiz bekannte deutsche Schauspieler zu verpflichten?

Döring: Och - ich habe bereits mit Judy Winter, Martin Semmelrogge, Thomas Fritsch und anderen "bekannten" Namen zusammen gearbeitet. Das sind natürlich ganz phantastische Schauspieler, aber große Namen alleine sind für mich nicht ausschlaggebend. Mir kommt es ausschließlich auf die Qualität an, und ich würde nie jemanden nur wegen der Popularität anfragen, sondern immer, weil die Stimme zum jeweiligen Charakter im Hörspiel passt. Ich sage es Dir ganz ehrlich: Alle "meine" Synchronschauspieler sind phantastisch und für mich Stars.

HörNews.de: Was steht als nächstes an?

Döring: Die Verhandlungen mit Disney. ;) Und ansonsten kümmere ich mich verstärkt um End Of Time, The Border und in 2015 vielleicht um unsere nächste Serie, deren Konzept ich gerade noch ausarbeite.

HörNews.de: Deine „letzten Worte“?

Döring: Na - ich hoffe, das dauert noch, bis die kommen. ;)))

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Wolfgang Pampel

Ein Interview von Detlef Kurtz
geführt am 08. August 2009

Wolfgang Pampel ist vor allem als die deutsche Stimme von Harrison Ford ein Begriff. In der deutschen Hörwelt ist er als John-Sinclair-Erzähler im Einsatz und liest Dan-Brown-Hörbücher. Sein Debüt - im kommerziellen Hörspiel - gab er in "Jagd der Vampire".

HörNews: Wir sind bei HoerNews.de! Mein Name ist Detlef Kurtz und auf der anderen Leitung haben wir Wolfgang Pampel, das ist die deutsche Stimme von Harrison Ford und Larry Hagman. Im Hörspiel-Bereich kennen wir ihn als John Sinclair Erzähler und bei Titania Medien hat er eine Hauptrolle in „Jagd der Vampire“ gehabt. Hallo, Herr Pampel.

Pampel: Hallo.

HörNews: Ja, da sind wir ja auch gleich beim Thema Hörbuch. Sie haben ja in der letzten Zeit einiges von Dan Brown gelesen. Kennen Sie die Werke jetzt schon fast auswendig? „Sakrileg“ haben sie ja dreimal lesen müssen.

Pampel: Ja, ja. Die Frage drängt sich auf, das ist wahr. In Wahrheit werfe ich eigentlich die Handlungsfäden immer noch ein bisschen durcheinander von „Sakrileg“ und von „Illuminati“. Manchmal muss ich mich dann hart rannehmen und sagen „Jetzt konzentrier dich mal gefälligst!“. Natürlich weiß ich‘s eigentlich, aber es läuft eben einfach in meinem Kopf ein bisschen durcheinander. Das hängt sicherlich damit zusammen, dass wir, wie Sie eben gesagt haben, mehrere Fassungen gemacht haben.
Es fing eigentlich an mit einer stark gekürzten Fassung und danach gab es dann die Idee eine etwas erweiterte Fassung zu machen.
Ja, und dann kam noch eine Gesamtausgabe. Das hat mich dann schon erstaunt, dass die den Mut hatten bei Lübbe dann doch noch eine Gesamtausgabe zu machen, aber anscheinend hat es sich auch ausgezahlt.

HörNews: Haben Sie denn da gleich zugegriffen oder war Ihnen das insgeheim beim immerhin dritten Anlauf etwas zu anstrengend? Es ist ja doch deutlich länger.

Pampel: Ich kann nur hoffen, dass Lübbe sich vorher darüber Gedanken macht, ob die Nachfrage nach so einer aufwändigen Produktion wirklich da ist. Bei der ersten stark-gekürzten Fassung, wo in der wörtlichen Rede immer der Ansprechpartner gestrichen war, also z.B. „…sagte Robert Langdon zu…“ und so weiter, musste ich jeder Figur eine charakteristische Stimmung, Stimmlage, Sprechweise, usw. geben, was ich sonst nicht so gerne mache.
Das hat natürlich für mich bedeutet, dass ich mich sehr gewissenhaft vorbereiten musste. Die Seiten waren mit Zeichen übersät, sodass ich ehe die wörtliche Rede anfing schon wusste, wer als Nächstes spricht. Daraus ergab sich dann, dass ich das bei den nachfolgenden Fassungen nach Möglichkeit genauso gemacht habe. Da habe ich dann auch versucht die Klangbilder der Figuren möglichst authentisch zu reproduzieren.

HörNews: Ist so eine Arbeit schwieriger als Theater, Film oder Synchron, weil man dabei ja völlig auf sich allein gestellt ist?

Pampel: Es ist ja immer so, dass jede Arbeit ihre eigenen spezifischen Charakteristika hat: Am Theater hat man gemeinsame Proben über einige Wochen und die Figur entsteht unter Mithilfe des Regisseurs und der anderen Partner.
Im Hörbuch ist man im Wesentlichen auf sich allein gestellt. Es gibt natürlich auch Hilfe im Studio. Da hört jemand mit und gibt Anweisungen, aber dafür ist die ganze Arbeitsweise eine andere. Es hängt alles von mir ab, da muss ich schon sehr konzentriert sein. Wenn das gelingt, dann ist es vergleichbar mit dem Surfen auf einer Woge, das geht dann scheinbar ganz leicht. Aber wenn man einmal raus ist, dann stützt man ab, dann geht eine Zeit lang nichts mehr, dann ist es mühsam von Seite zu Seite zu kommen. Durch diese starke Konzentration fehlt mir dann, wenn ich mir die fertige Aufnahme Monate später anhöre, wenn die Produktion erhältlich ist, der Bezug zur Aufnahmesituation. Die ganze Produktion hat dann erstmal eine gewisse Fremdheit für mich und ich kann gar nicht mehr richtig nachvollziehen, wie die Aufnahme gelaufen ist. In dieser „Konzentrationswoge“ im Studio traue ich mich dann auch manchmal Dinge, die ich sonst vielleicht gar nicht machen würde.

HörNews: Sie haben ja nun fast alles in ihrem Bereich gemacht: Oper, Synchron, Theater…

Pampel: Oper ehrlich gesagt noch nicht, aber Operette. In meiner Ausbildung damals hat gar nicht zur Debatte gestanden, Gesang zu studieren - obwohl ich immer gerne gesungen habe. In meiner Schauspielkarriere hat es dann aber die Entwicklung gegeben, dass ich begonnen habe, Musical zu machen. In diesem Rahmen habe ich dann versucht eine Gesangsausbildung nachzuholen und hatte beim zweiten Anlauf Glück. Sie wissen oder ahnen vielleicht, dass es ein ziemlich schwieriges Unterfangen sein kann, den richtigen Gesangslehrer zu finden. Aber ich hatte ja Glück.
Beim zweiten Anlauf habe ich wirklich eine Maestra gefunden, die mit mir sehr gut zurechtkam und das hat dann noch ein bisschen diese andere Dimension des Singens auf der Bühne eröffnet. Natürlich war ich schon viel zu alt, um zu diesem Zeitpunkt noch in die Oper einzusteigen, Da muss man sehr viel jünger anfangen. Das wäre halt wirklich nicht gegangen, aus den verschiedensten Gründen. Aber es gab durch die Operette durchaus immer mal Möglichkeiten für mich, bei kleineren Rollen auf der Bühne zu singen – auch beim Musical.

HörNews: Selbst in Computerspielen sind Sie zu hören. So nämlich bei den „Indiana Jones“ Videospielen. In Amerika spricht dort übrigens nicht der Harrison Ford, sondern…

Pampel: …sondern der Bruder von Harrison Ford. Der klingt natürlich sehr ähnlich, den kennt man dort aber nicht und deshalb ist der wahrscheinlich wesentlich „preiswerter“ zu haben.

HörNews: Wahrscheinlich auch viel einfacher. Harrison Ford ist ja auch immer mal ausgebucht wegen der Filme. Ist das eigentlich ein großer Unterschied zum Synchron? Kommt man sich da albern vor? Manchmal sind es ja auch nur einzelne Dialogfetzen – zum Beispiel, wenn Indiana Jones etwas aufnimmt, um ein Floß zu reparieren.

Pampel: Das stimmt schon, da sind ganz andere Kriterien maßgebend. Das ist eine völlig andere Arbeitsweise als zum Beispiel beim Hörbuch oder Hörspiel, wo es viel mehr auf den Charakter ankommt, das ist sehr viel „künstlicher“. Dadurch das alles digitalisiert wird, wird jeder kleinste Fehler vergrößert. Man muss nach Möglichkeit „lupenrein“ sprechen.

HörNews: Gerade ist ein aktuelles Indiana Jones-Spiel für einige Konsolen erschienen. Haben Sie da auch mitgewirkt?

Pampel: Ich weiß es ehrlich gesagt nicht genau. Wenn solche Dinge passieren, dann nehme ich das meistens zuhause auf und verschicke das dann. Danach dauert es eine ganze Weile bis es dann irgendwann erscheint und da ich eigentlich keine Computerspiele spiele, komme ich damit dann auch nicht mehr in Berührung, dann vergesse ich das auch wieder. Ich weiß, dass ich sowas gemacht habe, aber wann weiß ich nicht mehr. Wenn ich jetzt aber in meinem Computer nachschauen würde, würde ich das bestimmt noch wiederfinden.

HörNews: Dann kommen wir doch zum Hörspiel-Bereich: Sie waren im kommerziellen Hörspielbereich ja lange, lange Zeit nicht wirklich präsent. Jetzt haben Sie bei Titania Medien eine Hauptrolle als Ich-Erzähler in dem Hörspiel „Jagd der Vampire“. Wie war denn da die Zusammenarbeit?

Pampel: Ach das war ganz wunderbar. In meiner anfänglichen Laufzeit als Schauspieler hat es schon sehr viel Berührung mit Hörspielen gegeben. Wie Sie vielleicht wissen, stamme ich eigentlich aus Leipzig und war in meinen ersten Jahren am Theater ja auch dort verpflichtet. In Leipzig gab es also damals den Sender, wo immer nachts die Hörspiele gemacht wurden. Das heißt wenn wir Vorstellungen hatten, gingen wir anschließend noch in den Funk und haben dann nachts noch zwei, drei, vier Stunden lang Hörspiele gemacht. Das war dort einfach so üblich. Und viele Jahre später, als ich in Berlin engagiert war, bin ich sehr oft in Köln gewesen und habe in Köln Hörspiele gemacht. Später bin ich in Wien ans Burgtheater gekommen und da ist diese Verbindung ein bisschen abgerissen. Dann habe ich mich eine ganze Weile auf andere Sachen konzentriert und plötzlich hat sich das mit Titania Medien ergeben und das fand ich dann auf einmal auch wieder ganz spannend, an Hörspielen zu arbeiten.
Die Aufnahmen dafür waren in einem Studio in Köln. Früher hat man solche Aufnahmen mit Partnern zusammen gemacht. Im Hörspiel gibt’s das auch heute noch, im Synchron aber fast überhaupt nicht mehr. Jeder hat seine eigene Spur. Jeder macht seine ganzen Takes alleine. Das mag sicherlich einige technische Vorteile haben, aber zu den schauspielerischen Leistungen trägt es eher nicht bei. Im Hörspielbereich leistet man sich den Luxus noch, dass mehrere Schauspieler zusammen in einem Raum aufgenommen werden und zusammen eine Szene spielen. So erzeugt man dann meiner Ansicht nach eine sehr viel dichtere Atmosphäre.

HörNews: Wenn man seinen Partner hört, kann man ja auch ganz anders darauf eingehen.

Pampel: Ganz genau. Das meine ich damit.

HörNews: Das ist ja auch ein bisschen schade und diese Entscheidung wird heute vor allem mit niedrigeren Kosten begründet. Ein Produzent hat mir einmal gesagt, dass es wohl gar nicht so viel teurer ist, es würde lediglich ein wenig länger dauern.

Pampel: Genau. Alles muss möglichst schnell, schnell, schnell, schnell fertig werden. Das ist in sehr vielen Bereichen so. Es wird heutzutage auch eine ganze Menge Schund hergestellt. Die Qualität geht oftmals auf Kosten der Zeit verloren. Natürlich ist die Qualität der Synchronisationen seit der frühen Nachkriegszeit immer weiter angestiegen, aber irgendwann war da das Maximum erreicht und seitdem geht es nur noch um die Zeit. Ich bin so langsam schon in einem Alter, wo ich dann feststelle, dass das nun nicht die Qualität ist, die ich mir so vorstelle. Junge Leute merken das vielleicht gar nicht, weil sie den Vergleich nicht haben. Das ist halt so. Da kann man nichts machen, das sind Entwicklungen, die stattfinden und an denen man entweder teilnimmt oder sich verweigert und nicht mehr daran teilnimmt. Das sind die zwei Möglichkeiten.

HörNews: Gerade im Hörspiel-Bereich hört man, wenn die Leute aneinander vorbeireden, wenn es mal einer schlecht macht. Aber bei Titania Medien hat man das Problem nicht, die sind sehr sorgfältig, da macht es immer Spaß. Haben Sie denn schon in Ihr Exemplar reingehört?

Pampel: Nein, ich habe bisher noch nicht reingehört. Ich werde mir das demnächst aber in den CD-Wechsler im Auto legen und es dann auf einer Fahrt in Ruhe unterwegs hören.

HörNews: Dann ist mir auch aufgefallen, dass sie als Synchronsprecher „nur“ Harrison Ford und Larry Hagman synchronisieren.

Pampel: Das ist eigentlich ganz banal: Ich war sechseinhalb Jahre im damaligen West-Berlin am damals-noch-existierenden Schiller-Theater als Schauspieler engagiert und habe das Synchronisieren sozusagen nebenbei betrieben. In diesen sechseinhalb Jahren sind grob geschätzt 180 Filme oder so mit allen möglichen Schauspielern von mir synchronisiert worden. Es gibt da u.a. einen Film von Sir Anthony Hopkins - lange bevor er bei uns als der große Sir Anthony Hopkins bekannt wurde. ich habe in „Shogun“ Richard Chamberlain synchronisiert und ich habe den kürzlich verstorbenen David Carradine in „U-Boot in Not“ synchronisiert. Es gibt zahllose Beispiele wie diese. Das steckt alles in irgendwelchen Computerlisten, das vergisst man natürlich im Laufe der Jahre. Und dann war da irgendwann mal ein riesen Casting. Damals hieß das noch Vorsprechen. Dieses Vorsprechen war jedenfalls für eine neue amerikanische Weltraumserie und das war eben dann Harrison Ford als Han Solo. Und dann kam noch Indiana Jones dazu. Diese Projekte und die ganzen Sachen, die er im Laufe der Jahre dann noch so gemacht hat, wurden fast alle noch in Berlin synchronisiert. Dann bin ich ja nach Wien an das Burgtheater gewechselt und es sind mir sozusagen nur Larry Hagman und Harrison Ford erhalten geblieben. Es ist ja auch sehr aufwendig, einen Menschen extra nach Berlin einzufliegen und ihm dann noch das Hotel usw. zu bezahlen. Es gibt in Berlin ja auch eine ganze Menge anderer talentierter Schauspieler, die das ebenso gut wie ich können. Larry Hagman macht eigentlich auch so gut wie nichts mehr. Harrison Ford ist noch ehrgeizig und ist sehr gut in Form und gut drauf und wie wir wissen, hat der ja seit kurzem eine neue junge Frau und da ist vielleicht der Ehrgeiz auch noch da, noch was hat die Beine zu stellen. Spannend wird das, wenn er in vier oder fünf Jahren in ein Alter kommt, wo es normalerweise nicht mehr so viele aktive Schauspieler gibt. Ich finde er hat sich in den letzten Jahren massiv entwickelt. Es ist bemerkenswert, wenn ein Mann wie Harrison Ford noch so gut in Form ist, noch so viel Kraft hat, dass er größere Sachen überhaupt packt und auch den Ehrgeiz und die Lust hat, das zu tun. Das fände ich sehr spannend, wenn er dann noch adäquate Rollen kriegen würde und wenn sich das jetzt noch weiter entwickeln würde mit ihm. Und bei mir ist dann mit dem Synchron ein bisschen ausgelaufen, weil ich auch so weit weg vom Schuss bin jetzt.

HörNews: Da ergibt sich dann automatisch, dass man nicht gebucht wird, richtig?

Pampel: So ist es. Und alles im Leben hat seine Zeit. Bei mir sind eben jetzt die Hörbücher und Hörspiele dran, wobei mir Hörspiele fast lieber sind als Hörbücher. Beides hat aber seinen Reiz. Bei Hörbüchern habe ich an manchen Tagen Angst vor dem Pensum, vor den Problemen, usw. Da frage ich mich schon manchmal „Warum muss ich das eigentlich machen?“ und dann reizt es mich dann doch wieder. Dann sage ich mir: „Jetzt reiß dich zusammen und konzentrier dich!“. Wenn man Glück hat, packt man es und wenn man Pech hat rutscht man von der Rolle. Dann geht’s nochmal von Vorne los.

HörNews: Und wo braucht man mehr Vorbereitung? Im Hörbuch oder im Hörspiel?

Pampel: Das ist nur schwer vergleichbar, aber der Aufwand der Vorbereitung ist im Hörbuch doch größer. Im Hörbuch ist man auf sich alleine gestellt, im Hörspiel gibt’s eben doch immer mal Absätze, wo Andere sprechen und man ein bisschen verschnaufen kann. Im Hörbuch muss man selbst seinen Rhythmus finden und wenn der nicht stimmt, muss man wieder ein Stück zurück gehen. Die Arbeit ist viel introvertierter, weil man nur mit sich alleine ist.

HörNews: Jetzt kommt mal eine etwas gehässige Frage: Welche von den folgenden Regisseuren sind eigentlich „brutaler“: Oliver Döring von John Sinclair oder Marc Gruppe und Stephan Bosenius von Titania Medien?

Pampel: Ich finde, brutal sind die eigentlich überhaupt nicht. Das ist alles auf einem sehr entspannten Level gelaufen. Wir waren auf einer Frequenz und konnten uns sehr gut verständigen. Wenn man das Gefühl hat, dass man überhaupt nicht verstanden wird oder wenn der Regisseur oder der Autor das Gefühl hat, dass der Schauspieler die Geschichte nicht versteht, dann wird es wirklich mühsam. Dann muss man nochmal Grundsatzdiskussionen führen. Aber das war in dem Fall zum Glück überhaupt nicht nötig.

HörNews: Sie sind ja bei John Sinclair der Ersatz für Joachim Kerzel, dem es jetzt wieder besser geht…

Pampel: Ja, das freut mich zu hören!

HörNews: Wissen Sie schon, wie lange das Engagement dort noch anhält?

Pampel: Nein, keine Ahnung. Es hat ursprünglich mal geheißen, dass in diesem Jahr noch eine Serie kommen soll und das lasse ich auf mich zukommen. Wenn das so entschieden wird, ist das wunderbar, dann mache ich das sehr gern und wenn sie sich anders entscheiden, dann werden sie gute Gründe dafür haben. Aber das ist alles noch in einem unausgegorenen Zustand.

HörNews: Das heißt, da gibt’s noch keine Termine.

Pampel: Richtig.

HörNews: Wann hatten Sie die letzten Aufnahmen von WortArt?

Pampel: Da müsste ich lügen, ich weiß es nicht mehr. Sicherlich im vergangenen Jahr. Es ist so, dass ich in diesem Kalenderjahr mit dem Musical „Die lustige Witwe“ angefangen habe. Damit hatte ich ziemlich viel um die Ohren bei den Proben, bei den Vorstellungen und bei der Erarbeitung des Musikalischen. Ich musste sehr viele Kilometer Autofahren, immer hin und her. Meine Frau hat mich dann gottseidank gefahren und so wurde das Ganze etwas leichter. Das hat mich dann beides einfach so ausgefüllt, dass ich jetzt erst damit beginnen kann meine Glieder von mir zu strecken, dass ich Dampf ablassen kann und feststellen kann, dass es außer der Arbeit auch noch was anderes gibt. Ich habe jetzt den zweiten Tag Urlaub. Und dann laufen jetzt auch schon die Vorbereitungen für den nächsten „Dan Brown“. Das wird terminlich alles ein bisschen schwieriger. Da geben die Amerikaner die Art der Erarbeitung und das Tempo vor. Die Übersetzungen und die Kürzungen: Das alles muss in unglaublich kurzer Zeit erfolgen. Da kann es passieren, dass wir dann immer nur abends im Hotel Zeit haben, das Pensum vom nächsten Tag vorzubereiten.
Das würde aber bedeuten, dass wir wahrscheinlich gleich hintereinander eine gekürzte Fassung und eine Gesamtausgabe machen. Das dauert dann zusammen vielleicht 10 oder 14 Tage. Und dann bin ich schon wieder von meiner Latifundie hier, hinter den sieben Bergen bei den sieben Zwergen, wo wir doch die meiste Zeit leben, weg. Langsam beginne ich aber das Ticken meiner Lebensuhr wahrzunehmen. Es gibt es natürlich auch Lebensphasen, wo das weit von mir weg ist, wo ich das überhaupt nicht bemerke. Ich versuche also so oft es geht hier zu sein, im steirischen Salzkammergut und hatte zum Beispiel heute einen herrlichen Tag am See. Ich war schwimmen in einem unvergleichlichen Wasser und das tut mir gut. Das macht mich mir dann wieder so richtig Lust nach etwas Nerven-verschleißenden Arbeiten.

HörNews: Das heißt also, wenn Sie nicht auf der Bühne stehen, genießen Sie die Natur?

Pampel: Ja, so ist es. Man ist ja im Laufe des Lebens als Schauspieler immer ein bisschen an die Städte gebunden, wenn man Theater spielt. Die Städte haben durchaus ihren Reiz und haben ihre Poesie… Im Laufe des Lebens habe ich aber gemerkt, dass ich mich eigentlich auf dem Land sehr wohl fühle und das ich nicht die stampfende Stadt jeden Tag um mich brauche. Und dann hat mich also ein gütiges Schicksal hierhergeführt, das muss man wirklich sagen. Wenn ich nur den Kopf zur Tür herausstrecke bin ich einfach erfüllt von dieser unglaublichen Schöpfung der Natur. Das gibt mir sehr viel und verbreitet große Momente des Glücks in mir.

HörNews: Wenn ich Ihnen so zuhöre, höre ich da einen leichten Wiener-Dialekt heraus. Ist der angelernt oder hatten Sie diese Wurzeln früher schon?

Pampel: Ich lebe einfach schon so lange in Österreich und habe gerade im Süden von Wien Theater bei einem Sommerfestspiel gespielt und da färbt das natürlich auch ab.

HörNews: Was steht als Nächstes an? Wieder Theater?

Pampel: Ich habe eine Entscheidung zu treffen, ob ich ein Theater-Gastspiel in Wien machen soll. Das würde vor Jahresbeginn anfangen und bis in den März des nächsten Jahres gehen. Ich bin da ein bisschen skeptisch, weil ich für diese Sommerfestspiele, von denen ich eben sprach, schon wieder einen Vertrag für nächstes Jahr habe. Dann wäre ich wieder die ganze Zeit weg von hier, das will ich ja auch nicht. So bin ich immer ein bisschen hin- und hergerissen zwischen den Möglichkeiten, für die ich ja auch wirklich sehr dankbar bin. Ich kann aber auch einfach nicht mehr alles machen und will das ja auch gar nicht mehr alles. Bei mir stehen aber auf jeden Fall noch ein paar kleinere Sachen und „Dan Brown“ an. Ich habe in meinem Haus ein kleines „Studio“, jedenfalls kann ich hier kleinere Aufnahmen machen. Das erweitert gottseidank die Möglichkeiten in den heutigen Zeiten von zu Hause aus zu arbeiten.

HörNews: Noch irgendwelche Worte an die lieben Hörer und Fans?

Pampel: Ach du liebe Zeit! Seid gnädig, gnädig, gnädig.

HörNews: Danke für das Gespräch.

Pampel: Ja, gerne. Ciao!

HörNews: Ciao!

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Marie Bierstedt

Ein Interview von Detlef Kurtz
geführt am 01. Oktober 2008

Marie Bierstedt ist die Tochter von Detlef Bierstedt (dt. Stimme von George Clooney und Jonathan Frakes). Als Schauspielerin ist sie vor allem als Synchronstimme bekannt. Sie leiht u. a. Kirsten Dunst in "Spider-Man" ihre Stime. Im Hörspielbereich hat sie als "Anne" (Anne: Die Hörspielserie) und "Stella Stellini" (Benjamin Blümchen) das Herz der Hörer erobert. "Anne" ging erst kürzlich in die zweite Staffel, grund genug ein kleines Interview zu führen!

HörNews: Wir sind hier bei HörNews.de und auf der anderen Leitung ist Marie Bierstedt. Marie Bierstedt kennt ihr wahrscheinlich als Stimme von Kirsten Dunst aus Spider-Man. Im Hörspielbereich ist sie Stella Stellini und ganz aktuell Anne Shirley. Hallo Marie!

Bierstedt: Ja, hallo!

HörNews: Hörst du auch selber Hörspiele oder Ähnliches?

Bierstedt: Eigentlich muss ich gestehen, dass ich selber gar nicht unbedingt Hörspiele höre. Meine ältere Tochter wird jetzt acht und sie hört natürlich ganz viele Hörspiele - dadurch erlebe ich das jetzt noch mal ein bisschen neu. Damals als ich selbst in dem Alter war habe ich eher Bücher gelesen.

HörNews: Hast du irgendeine Lieblingsspeise?

Bierstedt: Ich esse sehr gerne Möhreneintopf.

HörNews: Wolltest du schon immer Schauspielerin werden?

Bierstedt: Eigentlich nicht. Ich kann mich erinnern, dass ich irgendwann mal die Idee hatte, Schriftstellerin zu werden. Ich habe allerdings nie auch nur das Geringste dafür getan - das hat sich dann so verflüchtigt, glaube ich. Zum Synchron bin ich gekommen, weil mein Vater auch Schauspieler und Synchronsprecher ist und dann habe ich nach einer Weile gemerkt, dass mir das Spaß macht und dann bin ich dabei geblieben.

HörNews: Da gab's jetzt zwischendurch eine Pause. Wie kam die Pause zustande? Keine Lust mehr gehabt?

Bierstedt: Ich habe glaube ich mit 11 angefangen zu synchronisieren und irgendwann waren dann einfach andere Dinge wie Jungs oder auch Schule wichtiger, interessanter… Da habe ich dann einfach ein bisschen aufgehört, das hat sich so ergeben.

HörNews: Hattest du vorher irgendeinen Traumberuf? Sprecher kam ja eher durch Zufall dazu, richtig?

Bierstedt: Das stimmt. Ich hatte keinen Traumberuf, ich war eher planlos.

HörNews: Wenn du synchronisiert, wie genau läuft das ab? Man sieht immer erst das Original und dann synchronisiert man das. Ist das nicht irgendwie langatmig?

Bierstedt: Langatmig, finde ich, wird‘s überhaupt nicht. Das Schöne ist, dass man immer nur ganz kurze Sequenzen sieht und dabei viele Details bemerkt, die einem sonst, wenn man den Film ganz normal im Kino oder Fernsehen sieht, oft verloren gehen. Außerdem bin ich ja auch nicht alleine: Ich habe den Regisseur, ich habe unter Umständen andere Sprecher, die mit mir zusammen im Atelier sind. Da vergeht die Zeit eigentlich total schnell. Man ist ja immer im Dialog mit irgendjemandem.

HörNews: Synchron, Hörspiel oder Lesungen: Was ist für dich schwieriger? Gibt's da irgendwelche Unterschiede?

Bierstedt: Kurz und knackig: Wenn die Schauspielerin im Original richtig gut ist, dann ist Synchronisieren das Einfachste und wenn sie richtig schlecht ist, dann ist es das Schwierigste. Im Hörspiel-Beispiel ist man eher auf sich alleine gestellt und muss dann alles aus seiner eigenen Fantasie kramen.

HörNews: in Offenbarung 23 sprichst du ja auch eine der Hauptrollen. Was hältst du persönlich von Verschwörungstheorien oder von der Serie?

Bierstedt: Ich finde das manchmal sehr spannend, aber ich beschäftige mich privat damit eigentlich gar nicht. Wenn mir jemand eine erzählt, dann denke ich „Ach ja, ist ja komisch?“, aber dann begleitet mich das auch nicht länger.

HörNews: Dann kommen wir zu der Hauptrolle, die du jetzt wunderbar ausfüllst: Die Anne bei Titania Medien.
Du hast ganz zu Anfang mal gesagt, dass du Bedenken hattest, die Rolle anzunehmen, weil sie sehr jung ist. Aber gleichzeitig bist du ja auch die Stella. Die ist auch sehr jung. Wo liegt der Unterschied?

Bierstedt: Der Unterschied liegt darin, dass ich bei Stella vorher schon wusste, wie alt die anderen Sprecher sind. Die Sprecherin von Otto ist ja auch nicht mehr die Jüngste – insofern hatte ich da keine Bedenken, dass das nicht zusammenpassen könnte. Bei Anne wusste ich ja nicht genau, wie diese Hörspielserie dann am Ende aufgebaut sein wird, wie die anderen Figuren sind und so. Ich habe damals die Anfrage von Marc bekommen und dachte: „Huch, das ist ja schwierig“.

HörNews: In der ersten Staffel gibt es eine unglaublich herzzerreißende Szene, wo der Ziehvater stirbt. Das war eine sehr anstrengende Szene. Geht der Puls bei so einer Szene auch mit hoch?

Bierstedt: Definitiv! Wenn das nicht passiert, dann hat man auch immer ein ungutes Gefühl, weil man denkt: „Das hat jetzt nicht wirklich funktioniert“. Man hat sich nicht richtig in die Figur hineinversetzt. Aber ich muss sagen, dass mir die Charaktere bei Anne sehr ans Herz gewachsen sind nach so vielen Folgen, das war dann schon sehr emotional.

HörNews: Gibt es mit Anne irgendwelche Gemeinsamkeiten? Irgendetwas, was dich mit ihr verbindet?

Bierstedt: Ne, eigentlich nicht. Vielleicht trage ich und tragen auch viele andere Leute in sich den Wunsch, mal anders zu sein als Andere und sich zu trauen immer das zu sagen, was man denkt. Das tut sie ja gerne, worunter sie aber manchmal auch leidet. Aber so bin ich nicht wirklich.

HörNews: Die Aufnahmen wurden ja einzeln aufgenommen. Begegnet man trotzdem den Sprechern? Gab es da vielleicht doch ein oder zwei gemeinsame Szenen?

Bierstedt: Ne, bei dieser Serie ist es so, dass jeder einzeln aufgenommen wird. Ich habe noch nie einen von den Anderen getroffen.

HörNews: Und bei Benjamin Blümchen wird’s genauso gemacht inzwischen?

Bierstedt: Ne, da sind immer noch alle – bis auf die ganz kleinen Rollen - versammelt. Wir sind oft zu viert, zu fünft und stehen dann da um das Mikrofon herum und machen alles gemeinsam. Da wird dann erst geprobt und dann gibt's halt ein, zwei, manchmal drei Durchläufe, wo es dann aufgenommen wird.

HörNews: An was arbeitest du denn gerade?

Bierstedt: Im Moment pausiere ich eigentlich, weil ich vor vier Wochen meine dritte Tochter bekommen habe und deshalb arbeite ich gerade an nichts.

HörNews: Hast du noch ein paar letzte Worte an die Hörer? Was möchtest du deinen Fans gerne sagen?

Bierstedt: Hört mir weiter zu, seid mir wohlgesonnen! Um es mal ein bisschen ernsthafter zu machen würde ich aber gerne eine Bitte aussprechen: Hört bitte weiterhin aufmerksam zu. Ich habe manchmal das Gefühl, dass es bei einigen Firmen und einigen Sendern das Vorurteil gibt, dass viele Hörer den Unterschied zwischen einer guten Synchronisation mit viel Liebe und einer Schlechten nicht merken. Dasselbe gilt auch für Hörspiele. Ich bin mir sicher, dass der Hörer die Unterschiede bemerkt und auch quittiert. Mein Wunsch ist, dass die Leute da auch weiterhin drauf achten und Produktionen, die lieblos und schnell dahin gewerkelt wurden auch bemängeln.
Das führt für uns Schauspieler im Endeffekt dazu, dass unsere Arbeit anspruchsvoller wird. Je mehr auf Qualität geachtet wird, desto mehr Spaß haben wir an unserer Arbeit.

HörNews: Dann sage ich Dankeschön und bis demnächst.

Bierstedt: Ja, tschüss!

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Bernhard Hoëcker

Ein Interview von Detlef Kurtz
geführt am 05. März 2008

Bernhard Hoëcker, bekannt aus Film und Fernsehen, gab uns ein kurzes Interview, das anlässlich der Veröffentlichung seiner CD "Ich hab's gleich!", per E-Mail geführt wurde. Bernhard Hoëcker ist u. a. durch die Comedy-Sendung "Switch" auf ProSieben bekannt. Aktuell ist er auch in der Ratsendung "Genial daneben!" (SAT.1) zu sehen.

HörNews: Wie wurdest Du zum Comedian?

Hoëcker: Ich habe schon früh angefangen, die Leute zu unterhalten: als Jongleur auf Kindergeburtstagen, als Animateur auf Firmenfeiern, als Comedian mit drei Kollegen auf der Bühne. Irgendwann kam der Kontakt zum Fernsehen und so führte der Zufall das Eine dann zum Anderen.

HörNews: Wie haben deine Eltern reagiert, aus dem Hobby (?) ein Beruf zu machen?

Hoëcker: Die fanden es natürlich schwierig, haben sich aber letztendlich davon überzeugen lassen, dass man davon durchaus einmal im Monat satt werden kann.

HörNews: Gibt es Dinge, über die Du dich nie lustig machen würdest?

Hoëcker: Ich möchte nichts pauschal ausschließen, aber ich vermeide es, andere Menschen zu verletzten.

HörNews: Das witzigste was Dir bisher passiert ist, ist???

Hoëcker: Ich saß mit Cordula Strathmann in der ersten Reihe eines Fliegers. Plötzlich wurde die Sicherheitsdurchsage unterbrochen und die Stewardess kam zu Cordula und bat sie doch leise zu sein, sie könne sich nicht konzentrieren.

HörNews: Ist Lampenfieber ein Thema für dich?

Hoëcker: Ja, ich habe immer Lampenfieber, die Zeitspanne wird nur immer kürzer.

HörNews: Deine Homepage ziert das Motto "Comedy vom Kleinsten", war deine Körpergröße früher schon ein leichtes Ziel für Witze?

Hoëcker: Natürlich. Aber ich musste lernen, damit zu leben.

HörNews: Du hast bei "Dreamland" deine ersten Hörspielrollen gesprochen, würdest du wieder so etwas machen und wie hat es dir gefallen?

Hoëcker: Oh ja sehr gern. Da ich selber sehr viele Hörspiele höre, ist so etwas für mich etwas ganz besonderes.

HörNews: Bei meiner Vorbereitung bin ich über ein Hörbuch gestolpert "Aufzeichnung eines Schnitzeljäger", was verbirgt sich dahinter?

Hoëcker: Ich erzähle Geschichten rund um mein Hobby, dem Geocachen, der modernen Schnitzeljagd mit GPS-Gerät.

HörNews: Zum Abschluß zu deiner neuen CD "Ich hab's gleich!", die letzte Woche bei WortArt erschienen ist. Auf was darf man sich freuen?!

Hoëcker: Auf eine Stunde noch mehr Hoëcker als im alten Programm.

HörNews: Wo und wie gibt es dich derzeit zu sehen?

Hoëcker: Neben Genial daneben und Switch bin ich das ganze Jahr mit meinem Programm unterwegs.
Die nächsten Tourdaten sind:

  • 17. bis 19. März 2008: Unterhaus Mainz
  • 06. April 2008: Aula Gymnasium Voerde
  • 19. April 2008: Bürgerhaus Asbach
  • 21. bis 23. April 2008: Quatsch Comedy Club Berlin
  • 05. Mai 2008: Ruhrfestspiele
  • 22. Mai 2008: Comedytage Bredstedt
  • 31. Mai 2008: Stadthalle Prüm
  • 23. Juni 2008: Schmidts Tivoli Hamburg

HörNews: Danke für das Interview!

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Marc Gruppe

Ein Interview von Detlef Kurtz
geführt am 04. März 2008

Marc Gruppe leitet mit Stephan Bosenius das Hörspiellabel Titania Medien, das im Jahre 2003 mit "Edgar Wallace: Das indische Tuch" sein Debut gab. Sehr bliebt ist auch das "Gruselkabinett", das Literatur der Schauerromantik zum Leben erweckt. Marc ist u. a. für die Hörspielbearbeitung zuständig und das neueste Projekt ist "Anne", eine wunderbare Hörspielserie nach den Büchern von L. M. Montgommery. Grund genug endlich auch ein Interview zu führen. Viel Spaß beim hören!

HörNews: Hallo! Wir sind bei HörNews.de und diesmal sprechen wir mit Marc Gruppe von Titania Medien. Hallo Marc!

Gruppe: Hallo Detlef. Grüß dich!

HörNews: Fangen wir doch mit dieser typischen Einstiegsfrage an: Wer oder was ist Titania Medien?

Gruppe: Titania Medien ist ein 2002 in Leverkusen gegründetes Hörspiel-Label, das aus zwei Männern besteht: Der eine bin ich und der andere ist Stephan Bosenius. 2003 kam dann die erste Produktion („Das indische Tuch“ von Edgar Wallace) heraus.

HörNews: Als junges Label hat man am Anfang ja besonders die Schwierigkeit, sich am Markt etablieren: Welche Schwierigkeiten gab es da bei euch?

Gruppe: Wir haben zu einer Zeit anzufangen, als der Hörspiel- und der Hörbuchmarkt einen riesigen Boom verzeichnet haben… Das ist heute schon nicht mehr ganz so und insofern war der Start nicht allzu schwierig. Wir haben auch wirklich großes Glück gehabt, dass es mit der ersten Produktion „Das indische Tuch“ sofort möglich war, mit SPV einen erstklassigen Vertrieb für den Tonträgerhandel zu finden. Außerdem haben wir auch gleich einen sehr guten Vertrieb für den Buchhandel gefunden, das hat auch sehr geholfen. Im September 2006 sind wir zu Lübbe Audio gewechselt, woraus eine sehr, sehr erfolgreiche Zusammenarbeit entstanden ist und insofern kann ich nur sagen: Es läuft wirklich gut. Deshalb ist es uns auch möglich neue Serien neben dem Gruselkabinett und dem was wir ansonsten noch treiben zu etablieren. So haben wir die Mittel dafür, auch weiterhin hochwertige Produktionen auf die Beine zu stellen. Was uns natürlich immens ärgert und ein Problem für uns und alle Kollegen die produzieren darstellt, sind natürlich die illegalen Download-Plattformen im Internet. Das ist wirklich eine Pest, die es uns sehr, sehr schwierig macht, in die Gewinnzone zu kommen mit diesen Produktionen. Ein Hörspiel ist einfach immens teuer in der Produktion. Wenn man dann sieht, dass die Verkäufe stagnieren oder weniger werden - wobei wir uns da gar nicht groß beschweren wollen -, aber man dann gleichzeitig auf den einschlägigen illegalen Tauschbörsen sieht, wie viel tausendfach dann da die eigenen Produktionen runtergeladen werden, ohne dass die Leute, die es hochladen oder die es saugen auch nur ansatzweise ein Unrechtsbewusstsein haben, dass sie da wirklich eine Straftat begehen und sich überhaupt nicht um das Urheberrechte der Leute scheren, die für sehr, sehr viel Geld und mit sehr viel Liebe diese Produktionen erstellt haben, dann sind das schon so Punkte die uns sehr ratlos und sehr traurig machen und die einen teilweise auch wirklich immens frustrieren und die Frage aufkommen lassen, ob man das einfach so hinnehmen kann und ob es dann überhaupt noch einen Sinn hat, weiter zu arbeiten.

HörNews: Ihr habt mit Krimis angefangen, aber im Moment kommen keine neuen. Woran liegt das eigentlich? Am Genre selbst? Oder hat das einen anderen Grund?

Gruppe: Ne, das hat schon andere Gründe. Krimis haben wir mit großer Leidenschaft und auch sehr, sehr erfolgreich produziert. Wenn ab und zu im Internet zu lesen ist, dass die Krimiklassiker eingestellt wurden wegen mickriger Verkaufszahlen, dann stimmt das nicht. Die sind wirklich gut gelaufen. Es gab allerdings ein bisschen Probleme die Reihe so richtig am Markt zu etablieren. Da sind auch ein paar Anfängerfehler auf unserer Seite passiert. Es war nicht so eine gute Idee die Folgen 1+2 auf Doppel-CDs und die Folgen 3-5 auf Einzel-CDs zu veröffentlichen - das war sehr problematisch im Handel. Der Handel hat auch nie verstanden, dass es eine Hörspielreihe ist, die „Krimi-Klassiker“ heißt. So wurden dann eigentlich immer „Sherlock Holmes“-Hörspiele unter S oder H eingeordnet und „Edgar Wallace“-Hörspiele unter W wie Wallace. Das hat natürlich zu Chaos im Laden geführt und das sind eigentlich so die Probleme, wegen derer wir Hörspielreihen mittlerweile ganz anders aufziehen. Beim Gruselkabinett kommt kein noch so dummer Mensch, der irgendwie die Regale einräumt, auf die Idee, unsere Produktionen nach Autoren zu sortieren, das läuft natürlich deutlich besser. Im Fall von Holmes war einfach das Problem, das ein Konkurrenz-Label im Moment alle klassischen „Sherlock Holmes“-Geschichten und Romane als Hörspiel vertont. Wir sind zwar der Meinung, dass unsere Vertonungen viel dichter an den Vorlagen sind und die Figuren auch viel besser treffen, die Sir Arthur Conan Doyle sich ausgedacht hat, möchten den Markt aber trotzdem nicht mit Dubletten oder der dritten oder vierten Vertonung von Stoff XY zuschmeißen - das hat einfach keinen Zweck. Ich hoffe sehr, dass Holmes und Watson noch mal bei uns auftauchen, aber das wird dann unter ganz anderen Rahmenbedingungen stattfinden.

HörNews: Euer neuestes Werk und die schönste Serie im Moment ist Anne. Wie kam es zu der Idee, diesen Stoff umzusetzen? Wie lange hat es gedauert? Gab es eventuell Lizenzprobleme? Anne ist ja ein sehr alter Stoff, der aus dem Ausland kommt.

Gruppe: Ganz genau, das ist eine Roman-Serie der kanadischen Jugend-Schriftstellerin Lucy Maud Montgomery, die 1908 mit dem Band „Anne auf Green Gables“ begonnen hat. Die Idee, diesen Stoff umzusetzen, war ein Herzenswunsch von mir. Ich habe in den 80er Jahren mit großer Begeisterung die ZDF Verfilmung von Anne gesehen, das spukte mir eigentlich immer so im Kopf herum. Die Bücher habe ich dann auch gelesen und durch die Gründung von Titania Medien kam das Thema wieder auf mich zu, als ich die Bücher zufällig im Bücherschrank stehen sah. Da dachte ich, dass das eigentlich ein toller Stoff für eine richtig schöne Hörspielserie wäre, die sich an Familien richtet. 2004 haben wir bereits versucht die Rechte anzufragen. Aber wie du schon richtig sagtest, ist es immer äußerst schwierig, wenn man versucht, Rechte aus dem Ausland anzufragen. Das kommerzielle Hörspiel auf CD oder MC im Handel, so wie wir es kennen, ist nämlich ein total deutsches Phänomen. Es ist ausgesprochen schwierig jemandem in Kanada zu erklären, was man mit der Lizenz überhaupt machen möchte, weil man dort Hörspiele höchstens aus dem Radio kennt. Da Vertrauen zu schaffen und sich kennenzulernen, hat einfach ein bisschen gedauert. Letztlich haben wir ein Übereinkommen gefunden und ich denke die Kanadier sind sehr zufrieden, wie das läuft. Ich denke auch, dass Anne auf große Zustimmung stößt. Immerhin hat die Serie wirklich einen tollen Start hingelegt und wir freuen uns über die vielen, vielen positiven Reaktionen, die zum Teil auch von Fans der ersten Stunde kommen. Die hören natürlich ganz besonders hin, ob wir da alles richtig gemacht haben. Die kennen die Bücher sehr gut und die Filme. Es ist einfach prima, dass wir Anne im letzten Jahr endlich angehen konnten, also das ich die Bearbeitung schreiben konnte und wir mit Marie Bierstedt unsere Anne gefunden haben und letzten Sommer zusammen im Studio waren.

HörNews: Wie ist das mit der Stimme? Marie Bierstedt hat ja eine recht junge Stimme? Die Figur wird immer älter. Denkst du, das wird ein Problem im späteren Verlauf?

Gruppe: Also ich glaube, dass das gar kein Problem sein wird. Das Problem war eigentlich eher, dass Anne am Anfang elf Jahre alt ist. Das hat Stefan und mir einiges an Kopfzerbrechen bereitet. Wir waren uns sehr schnell einig, dass wir auf gar keinen Fall einen Sprecherinnenwechsel wollten, denn das wäre ja auch eine Möglichkeit gewesen. Wir hätten ja eine jüngere Sprecherin besetzen können, die dann irgendwann später ausgewechselt wird. Aber wenn man sowas mit mehreren Schauspielerinnen macht, gibt es irgendwann einen ganz harten Bruch. Das hat mich zum Beispiel an der Weihnachts-Serie „Nesthäkchen“ sehr gestört. Da wurde die Protagonistin von einem wirklich ganz süßen kleinen Mädchen gespielt. Aber in der nächsten Folge, übernahm ihre Rolle plötzlich eine ganz andere junge Schauspielerin, die auch süß war, aber an die man sich erstmal nicht so wirklich gewöhnen konnte. Die hatte natürlich auch eine ganz andere Stimme. Sowas wollten wir hier auf gar keinen Fall machen. Es war ganz klar: Wir brauchten jemanden, der glaubhaft wachsen kann als Anne, jemanden der zunächst auch klingen kann, wie eine Elfjährige. Marie Bierstedt war zuerst etwas erschrocken, als wir ihr das angeboten haben. Wir haben uns getroffen, haben das ein bisschen ausprobiert und sie hat sich total verliebt in diese Rolle und in diese Sprache. Und dann haben wir im Studio quasi Probeaufnahmen gemacht. Sie hat dabei einfach ein bisschen „nach unten gespielt“, so nennt man das, wenn man seine Stimme etwas jünger macht. Nach ein paar Versuchen, hatten wir ein ganz gutes Ergebnis. Natürlich ist Anne 11 Jahre alt am Anfang, aber alleine an der Sprache, die sie spricht, merkt man, das sie keine normale 11-jährige ist. Sie ist ein armes Mädchen, das immer in ihrer Fantasie-Welt gelebt hat, weil ihre Realität so schrecklich ist. Alles, was sie an Romantischem in ihrem Leben finden konnte – sei es in einem Kitsch-Roman-, hat sie gierig in sich aufgesaugt. Sie hat einen immensen Wortschatz und ist wahnsinnig frühreif. Da muss man als Schauspielerin auch kein kleines Mäuschen spielen und ich finde wir haben Anne letztlich großartig hinbekommen. Es ist natürlich wunderbar, dass Marie Bierstedt eine Schauspielerin von einer solchen Güte ist, die gerade auch in der Folge 4 die Pubertäts-Problematik von Anne so wundervoll gesprochen hat. Da merkt man wirklich, wie sie älter und reifer wird. Das hat sie ganz, ganz toll mit der Stimme nachgezeichnet und so wird es weitergehen. Die Zeitsprünge in den Folgen, die ab Herbst veröffentlicht werden, werden auch ein bisschen kürzer. Da vertonen wir „Anne in Avonlea“. Und dort werden wir in den vier Folgen zwei Jahre abdecken. Und so geht das dann weiter, wenn Anne ihr Studium beginnt und später ihre erste Stelle an einer Schule antritt. Das wird dann ab 2009 auf die geneigten Anne-Fans zukommen.

HörNews: In Folge 4 gibt es ja auch eine sehr traurige Szene. Wie schwierig ist so eine spezielle Szene im Vergleich zu anderen?

Gruppe: Oje, das ist mir schon beim Schreiben sehr nah gegangen. Das ist auch immer der Moment, wenn ich die Verfilmung schaue, wo ich ganz nasse Augen bekomme und wir hoffen natürlich, dass das beim Hörer dann auch so sein wird. Ich habe jetzt schon verschiedene Reaktionen und Rezensionen gelesen, wo ich herauslese, dass dem tatsächlich so ist. Das macht mich sehr glücklich. Es ist schwierig solche Szenen zu spielen, wo sich ein lieb gewordener Charakter dann leider aus der Serie verabschiedet aus der Serie. Ich ziehe meinen Hut vor diesen wunderbaren Schauspielern, die wir da im Studio haben und es ist tatsächlich so gewesen, dass Marie Bierstedt wirklich vor Tränen zerflossen ist und wir auch erst eine ganz lange Pause machen mussten, bis es weitergehen konnte. Dann haben wir uns alle ein bisschen getröstet. Insgesamt war das eine sehr nervenaufreibende Szene, aber die Umsetzung muss natürlich so gestaltet sein, wie die Szene es verlangt. Ich hoffe, dass uns das gelungen ist. Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis und finde es sehr wichtig, dass es in Folge 4 mitunter auch um sehr ernste Themen geht. Das Treiben auf Green Gables wird immer als heile Welt dargestellt. Das ist es natürlich auch in gewisser Weise, aber es ist natürlich schon so, dass es da auch Schattenseiten und Probleme gibt. Durch den nostalgischen Schleier kommt uns das vielleicht nicht so wild vor, aber ich denke in Folge 4 macht Anne schon ganz schön was durch. Und an diesem Punkt in der Serie sieht man sehr deutlich, welches Potential einfach auch in dieser wunderbaren Hauptfigur steckt und vor allem auch in dieser wunderbaren Schauspielerin, die die Anne spricht.

HörNews: Ihr seid ja auch auf der Buchmesse mit Marie Bierstedt am 16. März 2008. Was könnt ihr uns darüber verraten?

Gruppe: Wir freuen uns riesig, dass wir in Zusammenarbeit mit Lübbe Audio am Messe-Sonntag am 16.3. von 14 Uhr an im Fokus Hörbuch Kaffee eine Präsentation machen können von der Anne-Hörspielserie. Wir freuen uns riesig, dass zu dem Anlass auch Prominenz kommt. Marie Bierstedt wird aus Berlin da sein. Dagmar von Kurmin wird da sein, die ja Marilla Cuthbert, quasi die Ziehmutter oder „Adoptivmutter“ von Anne, spricht. Ich werde da sein und wir werden über Anne plaudern. Die beiden Schauspielerinnen werden sicher die ein oder andere Szene live zum Besten geben. Wir versuchen die Anne, die wir alle bei der Arbeit wahnsinnig ins Herz geschlossen haben den Leuten näherzubringen. Ich glaube, das wird eine sehr schöne Veranstaltung werden. Und an alle Hörer, die am Sonntag zufällig auf der Messe sind: Die beiden Damen sind sicherlich auch sehr gewillt, anschließend mitgebrachte CDs oder im Fall von Dagmar von Kurmin auch LPs zu signieren. Diese Gelegenheit sollte man beim Schopfe packen, denn so schnell kriegt man die beiden sicherlich nicht noch mal zusammen, den Stift zu schwingen, um sich das ein oder andere Schätzchen aus dem eigenen Platten- oder CD-Regal veredeln zulassen.

HörNews: Soviel zu Anne. Gruselkabinett ist ja auch ein weiteres großes Thema. Da kommen jetzt auch die nächsten Folgen. Ich habe bei Lübbe gesehen, „Der Fall Charles Dexter Ward“ kommt wieder in der Box, wie vorher auch schon bei Dracula. Die Box gab es damals im Buchladen und die Einzelausgaben im Tonträgerhandel. Ist das wieder genauso?

Gruppe: Genau, das ist wie bei Dracula. Die Folgen 1 und 2 von „Der Fall Charles Dexter Ward“ von H.P. Lovecraft gibt es als Einzelfolgen im Tonträgerhandel und wer gleich beide Fliegen mit einer Klappe schlagen möchte, der kann im Buchhandel die beiden Folgen in einem schönen Schuber erwerben. Im Buchhandel verkaufen sich Boxen und auf Sets besser und im Tonträgerhandel eher Einzel-CDs, die ihren festen Platz im Regal haben. Wer erstmal lieber den Teil 1 kaufen möchte, um zu hören, ob das auch das richtige für ihn ist, der ist im Tonträgerhandel genau richtig und wer es gleich als Set haben möchte, kann es ja im Buchhandel bestellen.

HörNews: Was ist eigentlich das Schwierigste an der Arbeit? Sind es die Aufnahmen oder eher die ganze Vorbereitung, zum Beispiel das Skript schreiben oder das Buchen der Sprecher?

Gruppe: Ja, das sind ja wirklich zweierlei Geschichten. Wir haben uns das hier intern, glaube ich, ziemlich gut aufgeteilt. Ich mache die künstlerischen Sachen, schreibe die Skripte und bin hinterher hauptverantwortlich für die Abmischung. Stefan schaut über alles, was ich schreibe natürlich sehr genau drüber. Die Besetzung besprechen wir zusammen, das ist natürlich für uns ein ganz wichtiger Punkt. Wir sind ja nun sehr geschätzt und hochgelobt für unsere tollen Besetzungen und das fällt natürlich nicht vom Himmel, sondern ist das Ergebnis von langen Überlegungen. Wer könnte was sprechen? Welche Stimme stellt man sich denn jetzt bei dieser Rolle vor? Bei diesen Fragen machen wir uns immer sehr viele Gedanken und dann hat Stefan natürlich anschließend die schwierige Aufgabe diese Leute anzufragen, zu terminieren usw. Schreiben ist mitunter auch schwierig. Es gibt natürlich Stoffe, die hat man sehr schnell. Im Fall von dem Lovecraft jetzt, war das schon eine große Herausforderung. Das ist ein immens schwieriger, sehr verschachtelter Text gewesen mit wenig Dialog und überwiegend Prosa. Es ist also wirklich äußerst schwierig gewesen, das für eine Hörspiel-Vorlage lebendig zu kriegen. Ich denke, wir haben das prima hinbekommen. Es hat im Studio schon toll funktioniert und ich bin auch hochzufrieden, wie das jetzt in der Abmischung war. Aber das war wirklich das Schwerste, was ich bisher zu einer Dialogfassung verarbeiten durfte, das muss ich schon sagen. Es hat jedenfalls riesig Spaß gemacht, es ist eine immense Herausforderung gewesen und ich hoffe, dass alle Lovecraft-Freunde zufrieden sein werden. Ich denke, wir haben das Wichtigste in unserer Fassung mit drin und ich hoffe vor allem, dass es auch so sein wird, dass einem die Figuren, die da auftauchen, ans Herz wachsen und die Gänsehaut Gruselkabinett-typisch dadurch noch ein bisschen intensiver wird beim Hören. Das ist ja durchaus auch wieder eine Geschichte, die sich Zeit nimmt und die sich langsam steigert bis hin zu den grauenvollen Sachen, die dann am Schluss noch entdeckt werden. Das hat eine Menge Spaß gemacht und es sind ganz tolle Sprecher dabei. Ernst Meincke spricht den Dr. Willet, der so wundervoll die Erzähl-Passagen gesprochen hat, uns quasi in seinen Kopf hineingucken lässt. Hans-Werner Bussinger ist wieder mal dabei als Vater Ward, das hat uns sehr gefreut. Ganz neu im Ensemble ist Cornelia Meinhardt als Mutter von Charles Dexter Ward, die sonst auch Sally Field ihre tolle ausdrucksstarke Stimme leiht. Charles Dexter Ward wird übrigens von dem wunderbaren Frank Schaff gesprochen, der ja auch eine große Hörspiel-Vergangenheit als Sprecher-Kind in diversen Kinder- und Jugendserien, die in Berlin produziert wurden, hinter sich hat. Heute synchronisiert er zum Beispiel Joseph Fiennes.

HörNews: Das ist wie immer eine beeindruckende Liste und die Qualität wird natürlich für sich sprechen. Kannst du uns schon eine kleine Exklusiv-Vorschau geben, welche Titel demnächst anstehen? Also Titel, die vielleicht noch nicht bekannt sind?

Gruppe: Da wir uns im Jubiläumsjahr für uns befinden, darf man sich im weiteren Verlauf von 2008 noch auf einiges freuen. Im Juni werden die Gruselkabinett-Folgen 26 und 27 erscheinen. Das eine ist „Die liebende Tote“, eine wunderbare Vampirgeschichte aus Frankreich. Das andere ist die zweite Geschichte von Robert Louis Stevenson im Gruselkabinett, den hatten wir ja schon mit „Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ dabei. Aber jetzt kommt „der Leichendieb“, eine Geschichte, die sich an wahren Begebenheiten orientiert und unter die Haut geht. Im Herbst kommt dann noch mal mit vier Folgen, die geballte „Anne“-Power auf den geneigten Hörer zu: „Anne in Avonlea“. In dieser Geschichte wird Anne anfangen zu unterrichten. Und dort gibt es dann auch das ein oder andere Missgeschick und die ein oder andere Liebes-Verwirrung, jede Menge lustige Szenen und ganz, ganz tolle Gastrollen. Wir haben das schon komplett aufgenommen und man darf sich wirklich freuen. Ich glaube das wird noch mal richtig bunt und sehr lustig mit der fast erwachsenen Anne. Dann geht's weiter im Gruselkabinett mit dem Zweiteiler „Der Glöckner von Notre Dame“ von Viktor Hugo. Da freuen uns wahnsinnig drauf, das wird wieder eine große Herausforderung und wird sicherlich sehr, sehr viel Spaß machen. Dann gibt's noch „Der Vampir“ von John William Polidori als Einzelfolge und etwas von Rudyard Kipling, dem „Dschungelbuch“-Autoren, der etwas sehr, sehr schönes geschrieben hat. Die Geschichte spielt in Indien in der Kolonialzeit und wird eine ganz neue Facette für das Gruselkabinett sein. Auch musikalisch wird das sehr, sehr hübsch werden. Die Geschichte heißt „Die Gespenster-Rikscha“ und anhand des Titels kann man ja schon erahnen, worum es da gehen wird. Außerdem haben wir unser erstes Hörbuch produziert: „Träumereien an französischen Kaminen“, eine ganz berühmte deutsche Kunstmärchen-Sammlung aus dem 19. Jahrhundert, gelesen von 11 tollen Sprechern aus unseren Hörspielen. Es sind 22 Märchen, mal heiter mal berührend, auf vier CDs. Das kommt auch im Oktober heraus und im November gibt's dann das dritte „Titania Special“. Wir wurden ja, nachdem Scrooge und der kleine Lord auf sehr fruchtbaren Boden gefallen sind, bombardiert mit E-Mails: „Wann macht ihr mal wieder ein schönes Familien-Hörspiel zur Weihnachtszeit?“. Es hat ein bisschen gedauert, aber jetzt ist es soweit! Titania Special 3 erscheint im November und es wird die unsterbliche Geschichte von James Matthew Barrie: „Peter Pan“.

HörNews: Also eine Menge tolle Unterhaltung! Wie kriegt man das zu zweit eigentlich unter einen Hut? Das klingt ja nach unheimlich viel Arbeit.

Gruppe: Also das ist unheimlich viel Arbeit, der wir ja mit großer Leidenschaft nachgehen. Das geht nur mit einer guten Zusammenarbeit, mit einer guten Organisation, mit dem Willen, das zu machen, und auch auf seine Wochenenden zu verzichten. Früh morgens anzufangen und spät abends aufzuhören, gehört auch einfach dazu. Das wird auch dieses Jahr zu sein. Das Programm ist wirklich immens und sehr ehrgeizig, wir freuen uns aber auf jeden einzelnen Titel. Vieles ist ja auch schon in der Mache. Auf das, was jetzt noch aufgenommen werden muss, freuen wir uns riesig. Die Aufnahmen sind natürlich immer ein Highlight, wenn es ins Studio geht und durch die tollen Sprecher die Texte zum Leben erweckt werden und man im Studio miteinander daran arbeitet, dass das bestmögliche Ergebnis erzielt wird.

HörNews: Ja, wunderbar. Dann kommt natürlich das was immer kommt an dieser Stelle: Die letzten Worte an die Fans oder Zuhörer.

Gruppe: Endlich kann man es mal sagen: Wir danken, danken, danken ganz herzlich den Fans und den Hörern unserer Hörspiele für die vielen, vielen Jahre, die uns da schon die Treue gehalten wird, in denen mit Lob und auch mit wohlgemeinter Kritik nicht gespart wurde. Ich denke all das hat uns auf den richtigen Weg geschubst. Wir sind immer noch da, haben wahnsinnig Lust und wir geben richtig Gas in diesem Jahr. Wir sind mit unseren vielen Produktionen am Start und hoffen, dass wir euch noch viele, viele vergnügliche und besinnliche, berührende, lustige Stunden Hörspiel-Unterhaltung auf höchstem Niveau schenken dürfen. Wir bedanken uns ausdrücklich bei allen, die auf ganz ehrliche Art und Weise unsere Produktionen im Handel erworben haben und damit auch garantieren, dass wir weiterarbeiten können. Ich spare aber nicht mit Tadel bei denen, die meinen, dass ein Hörspiel sein Geld nicht wert ist und man sich das ja einfach so im Internet besorgen kann ohne einen Heller dafür zu bezahlen. Diese Leute sind leider wahrscheinlich irgendwann mal schuld, dass das Hörspiel irgendwann mal einschläft oder wegstirbt. Dabei ist das Hörspiel doch eine Gattung, die unglaublich erhaltenswert ist und die im Moment auch sehr kreativ ist, wo es viele tolle Leute gibt, die sich da engagieren. Das wäre sehr, sehr schade. Lasst uns also insofern alle gemeinsam etwas gegen die Piraterie in den Bereichen tun, die das betrifft, egal ob Film oder Musik. Jeder möge doch mal schauen, was er dafür tun kann, dass es uns allen, die wir ja irgendwie unsere Produktionen refinanzieren müssen und auch davon leben müssen, nicht so schwer gemacht wird.

HörNews: Dann bedanke ich mich und sage Dankeschön und tschüss! Bis zum nächsten Mal.

Gruppe: Ich danke auch, Detlef und ich danke natürlich auch noch mal euch Kritikern und euch Hörspielseitenbetreibern, die hier wirklich viel für unser von allen geliebtes Hobby tut und für das Thema Hörspiel. Das ist wirklich prima! Da sieht man eigentlich wie segensreich das Internet sein kann, weil diese lebendige Hörspiel-Szene im Internet sehr inspirierend ist. Es ist sehr interessant da mitzulesen und auf dem neuesten Stand zu sein. Das macht einfach wahnsinnig viel Spaß und ich bedanke mich natürlich für eure Unterstützung, euer Lob und euren Tadel. Das wird alles durchaus zur Kenntnis genommen und wir bessern unter Umständen an der ein- oder anderen Stelle nochmal nach. Aber so viel war es jetzt gottseidank noch nicht.

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Volker Lechtenbrink

Ein Interview von Detlef Kurtz
geführt am 19. Juli 2006

Volker Lechtenbrink ist bekannt durch Film, Fernsehen und Theater. Er hat sich, anlässlich des Starts der neuen "Perry Rhodan-Serie", die bei Lübbe Audio erscheinen wird, für ein E-Mail Interview zur Verfügung gestellt.

HörNews: Für alle, die Sie nicht kennen, wer ist Volker Lechtenbrink?

Lechtenbrink: Volker Lechtenbrink ist ein in Hamburg lebender Schauspieler und Regisseur.

HörNews: Wollten Sie schon immer Schauspieler werden?

Lechtenbrink: Ja, so lange ich denken kann.

HörNews: Welche Hobbys haben Sie?

Lechtenbrink: Sport gucken, schwimmen, lesen, lange Spaziergänge mit meinem Hund, in der Hängematte hängen und mit meiner Frau verreisen.

HörNews: Was würden Sie gerne machen, hatten aber bisher nie die Gelegenheit?!
(Privat / Hobby / Wunschtraum)

Lechtenbrink: Meine mageren Kochkünste zu perfektionieren.

HörNews: Wie kommt es, das man sie bisher nicht in vielen Hörproduktionen (also speziell dem kommerziellen Hörspiel / den kommerziellen Hörbüchern) gehört hat?

Lechtenbrink: Ich finde, es sind gar nicht so wenige. So habe ich zum Beispiel vor einigen Wochen gerade den Roman "Die Brücke" von Manfred Gregor für ein Hörbuch gelesen.

HörNews: Kennen Sie die Perry Rhodan-Romanserie?

Lechtenbrink: Wer kennt die nicht, ich habe sie schon als Kind gelesen.

HörNews: Wann wurden Ihnen die Rolle angeboten?

Lechtenbrink: Ende letzten Jahres.

HörNews: Was mögen Sie an der Rolle bzw. der Figur, die Sie verkörpern?

Lechtenbrink: Er ist eben "ein ganzer Kerl".

HörNews: Was können Sie uns über die Handlung verraten?

Lechtenbrink: Nur so viel: Es ist eine spannende Mischung aus Krimi und Science-Fiction.

HörNews: Wo besteht - Ihrer persönlichen Meinung her -der größte Unterschied zwischen der Inszenierung eines Hörspiels, gegenüber eines Films?

Lechtenbrink: Das Hörspiel ist ein Medium, das der Phantasie viel mehr Raum lässt...

HörNews: Gibt es Rollen oder Dinge, die Sie als Schauspieler nicht machen würden?

Lechtenbrink: Ja, gibt es.

HörNews: Welche Arbeiten stehen als nächstes an?

Lechtenbrink: Ein TV-Film in Schweden und einen Dokumentar-Spielfilm in Breslau. Ab Oktober beginnen die Proben zu dem Theaterstück "Dr. med. Hiob Prätorius" von Curt Goetz am Ernst-Deutsch-Theater in Hamburg, in dem ich die Titelrolle spiele.

HörNews: ...und last but not Least, Ihre letzten Worte an Ihre Hörer!

Lechtenbrink: Nehmt euch Zeit zum Zuhören!

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