Klappentext
Als Pfarrer Babbington auf einer Party an seinem Cocktail nippt, bricht er tot zusammen. Wenig später kommt es bei einem Dinner zur nächsten Tragödie, und auch der hoch angesehene Arzt Sir Bartholomew Strange stirbt. Hercule Poirot hegt keinen Zweifel daran, dass die beiden Unglücksfälle miteinander zusammenhängen. Denn immerhin waren bei beiden Anlässen dieselben Gäste zugegen. Doch wer von ihnen hatte ein Motiv für gleich zwei Morde?© Agatha Christie Ltd.
deutsche Hörbuchfassung (P) 2025, Der Hörverlag - München
Rezension
Mit dieser Produktion präsentiert uns der Hörverlag eine Agatha-Christie-Lesung mit Christoph Maria Herbst, der „Nikotin“ – ein klassischer Krimi mit Hercule Poirot – vorträgt. Beste Cozy-Crime-Stimmung ist daher schon mal garantiert. Der Roman beginnt mit einem harmlos wirkenden gesellschaftlichen Abend, bei dem ein scheinbar natürlicher Todesfall eintritt. Bald folgen weitere mysteriöse Ereignisse in ähnlichem Rahmen – immer unter wohlhabenden, distinguierten Gästen. Keine überhastete Action, sondern gut ausgefeilte Figuren, subtile Verdächtigungen und viel Raum zum Miträtseln: Wer könnte dahinterstecken und vor allem: warum gerade diese Personen? Wie bei Sherlock Holmes hat auch hier nur der Meisterdetektiv eine echte Chance, die losen Fäden am Ende zusammenzuführen. Bis dahin taucht man in Poirots gewohnt akribische, aber charmante Ermittlungsweise ein.
Christoph Maria Herbst wählt eine gute Mischung aus Lesung und leichtem Schauspiel. Natürlich hat Poirot seinen unverkennbaren Akzent, dieser wird aber nicht übertrieben karikiert. Der Vorlese-Charakter bleibt erhalten, während Dialoge durch verschiedene Stimmlagen lebendig werden. Die Figuren sind so klar unterscheidbar, dass man problemlos folgen kann. Die Interpretation ist weder zu überdreht noch langweilig – genau das richtige Maß für langes Zuhören.
Das Digipak enthält eine MP3-CD. Alle relevanten Infos stehen auf der Verpackung. Ein separates Inlay gibt es nicht – bei diesem schlichten, eleganten Design auch nicht nötig. Wie üblich fehlt ein Staubschutz, dafür gibt es aber kurze Texte zu Agatha Christie und Christoph Maria Herbst sowie eine kleine Liste weiterer empfehlenswerter Agatha-Christie-Lesungen.
Fazit: Ruhig, aber durchgehend fesselnd. Eine Lesung, die ab und zu ins Schauspiel kippt, ohne je ins Übertriebene abzurutschen. Ideal für alle, die klassischen Poirot-Genuss in gemütlicher, unaufgeregter Atmosphäre mögen.