Klappentext
Die Studentin Sharyn Karr erhält von ihrem Professor ein altes, versiegeltes Buch und eine Visitenkarte. Noch am selben Abend kommt der ältere Mann bei einem Brand in der Bibliothek um. War es ein Unfall? Aber wer würde für den Besitz des Buches über Leichen gehen? Und wie sind die Gesandten des Vatikans in die Angelegenheit verwickelt? Die Telefonnummer auf der Visitenkarte scheint die letzte Rettung zu sein. Die Stimme am anderen Ende der Leitung verspricht Sharyn Schutz, wenn sie den Tower von London erreichen kann. Doch das ist nur der Beginn der Suche nach dem größten Schatz der Menschheit!deutsche Hörbuchausgabe © 2026, Random House Audio
Rezension
James Rollins liefert mit »Der 13. Hüter« erneut einen jener Romane ab, die historische Geheimnisse, Geheimbünde und eine geheimnisvolle Suche geschickt miteinander verweben. Die Geschichte braucht ihre Zeit, bis sie richtig in Fahrt kommt. Zunächst werden die Figuren vorgestellt, und erst allmählich wird klar, worum es eigentlich geht. Der Roman besticht auf weiten Strecken weniger durch rasante Spannung als vielmehr dadurch, dass er den Hörer neugierig macht und bei der Stange hält. Die Figuren, ihre Suche und die Gegenspieler sorgen für ruhige, aber auch immer wieder spannende Momente. Insgesamt bleibt die Erzählung jedoch über weite Passagen eher zurückhaltend und bedächtig. In der Mitte ändert sich dies, und spannende Momente wechseln sich ab. Das Wettrennen läuft nicht zimperlich ab, und die Gegenspieler schrecken auch vor Opfern nicht zurück.
Frank Arnold übernimmt die Lesung und macht das hervorragend. Die Erzählpassagen hält er bewusst dezent und zurückhaltend. Er liest klar, angenehm im Tempo und ohne übertriebene Dramatik, sodass der Text im Vordergrund bleibt und man der Geschichte in Ruhe folgen kann. Sobald Dialoge einsetzen, wird es allerdings lebendiger: Arnold malt die Gespräche ein wenig schauspielerisch aus, gibt den Figuren durch leichte Stimmfärbungen und Nuancen Charakter und sorgt so für angenehme Abwechslung und Präsenz, ohne ins Übertriebene oder aufgesetzte Hörspielhafte abzugleiten. Das Ergebnis ist eine sehr ausgewogene, professionelle Darbietung, die sowohl die ruhigeren als auch die intensiveren Passagen stimmig trägt.
Die Tonqualität ist einwandfrei, die Länge erlaubt ein intensives Eintauchen, und Arnold hält über die gesamte Spieldauer die Konzentration.
Fazit: Ein solider, unterhaltsamer Rollins-Thriller mit den bekannten Zutaten. Erst bedächtig, im späterne Verlauf richtig spannend.